Endlich wieder glücklich, 2000
Öl auf Leinwand
175 x 130 cm

„Ich habe immer diese Furcht gehabt, in Gruppierungen dabei zu sein“, bemerkt Hubert Schmalix 1994 in einem Gespräch anläßlich seiner Werkschau im Wiener Museum moderner Kunst. Tatsächlich steht am Beginn seiner Laufbahn eine Absetzbewegung: 1981 war er an der von Wilfried Skreiner kuratierten Ausstellung Neue Malerei in Österreich I in Graz beteiligt, mit der hierzulande die Abkehr von der bis dahin dominierenden Konzeptkunst markiert wurde. Die zuvor als künstlerisches Medium eher verdächtige Malerei begann, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Das Primat der Reflexion wurde abgelöst vom Erzählerischen, und tradierte Gattungen gewannen neue Attraktivität, um den viel zitierten „Hunger nach Bildern“ Nahrung zu geben. Schmalix vermied jedoch auch hier die Zugehörigkeit zu einer definierten Gruppe und wandte sich bald von der provokativen Malweise der Jungen Wilden ab - eine Entscheidung, die sicher dazu beitrug, daß er vom schnellen Niedergang dieser Richtung unberührt blieb. An die Stelle eines groben, plakativen Farbauftrags traten sorgfältig ausgewogene und in sich geschlossene Kompositionen und geometrisierende Formen. Die einmal erarbeiteten Setzungen blieben jedoch weiterhin bestimmend für seine Arbeit. Zwar steht Schmalix in dem bereits erwähnten Gespräch eher skeptisch der These gegenüber, daß er zu einem Klassizisten seiner selbst geworden sei; erkennbar ist, daß er ausgehend von einmal gefundenen Themen und Lösungen ein Vokabular von Variablen formuliert hat, die in seinem Werk immer wieder auftauchen, ohne sich deswegen stumpf zu wiederholen. Deutlich wird dies an jüngeren Werkgruppen wie den Bildern von Stadtlandschaften und den Darstellungen einzelner nach links gewandter Figuren: Obwohl stilistisch kaum miteinander zu verwechseln werden in beiden Fällen mit sorgfältig abgestimmten Paletten verschiedene Farb- und Formmöglichkeiten durchgespielt. Die Konsequenz, mit der sich Schmalix die jeweiligen Themen erarbeitet, ist dabei für ihn weniger ursächliche Absicht als vielmehr Resultat seiner Methode: Es geht gar nicht darum, Unbeirrbarkeit zu demonstrieren, sondern sie entwickelt sich.

Friedrich Tietjen



KÜNSTLER