ARNULF RAINER
(*1929 Baden bei Wien)
Schnabel (Ein absichtlicher Schalksnarr), um 1975/76
Kreide, Kratzung/ s/w Fotografie, 606 x 476 mm
sign. & betitelt:" AR Schnabel kleiner"
Die Messerschmidt Übermalungen Rainers stehen im Zusammenhang mit seiner Suche nach Extremsituationen menschlicher Existenz zwischen Wahn und Wirklichkeit.
Ich bin auf Messerschmidt über die Bildnerei der Geisteskranken gestoßen. Was mich natürlich fasziniert hat, waren seine körpersprachlichen Formulierungen, die schon zu seiner Zeit ein rätselhaftes und unerklärliches Phänomen gewesen sind. Das hat sich bis heute gehalten. (A. Rainer)
1947-1949 Besuch der Staatsgewerbeschule in Villach. 1948 lernt er die surrealistischen Theorien kennen. Nach der Matura 1949 wird er an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien aufgenommen, die er am ersten Tag wieder verlässt, ebenso wie die Akademie der bildenden Künste. 1950 Begegnung mit Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Arik Brauer, Wolfgang Hollegha und Josef Mikl. Gründung der Hundsgruppe. 1951 Publikumsbeschimpfung bei einer Ausstellung der Hundsgruppe. Nach Abkehr vom phantastischen Surrealismus Interesse für Mikrostrukturen und Formzerstörungen. Optische Dezentralisierungen, Reise nach Paris und Begegnung mit André Breton. Fotomappe Perspektiven der Vernichtung. 1953-1959 Begegnung mit Monsignore Otto Mauer (1955 Gründung der Galerie St. Stephan). 1953/54 Proportionsstudien, Photoposen, 1953-1965 Übermalungen. Ab 1963 sammelt Rainer Malerei von Geisteskranken, 1964 Experimente mit halluzinogenen Drogen, 1968 Grimassenfotos, 1969 Aspekte der Körpersprache, 1970 Face Farces, 1975 Beginn der Kunst-auf Kunst- Serien nach Doré (1975), Leonardo (1976), F.N X. Messerschmidt (1977/78), van Gogh (1977/81), Rembrandt (1980), Goya (1983). 1977 Totenmasken Überzeichnungen, 1978 erhielt er den Großen österreichischen Staatspreis und Biennale in Venedig. 1981 wird er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien.. 1985 Botanische und Zoologische Bücher. 1986 und 1987 Ankäufe durch das Solomon R. Guggenheim Museum und das Museum of Modern Art in New York. Er erhielt zahlreiche Preise, u. a. den Großen Österreichischen Staatspreis 1978 und 1989 den Großen Preis des International Center of Photography in New York. 2009 wurde das Arnulf Rainer Museum im Frauenbad in Baden bei Wien eröffnet.
Ausstellungen (Auswahl)
1978 Vertreter Österreichs bei der Biennale in Venedig
1980 Documenta 7 in Kassel
1984 Mort et Sacrifice, Retrospektive im Centre Georges Pompidou in Paris
1989 Große Retrospektive,Solomon R. Guggenheim Museum of Modern Art in New York.
1993 Eröffnung des Arnulf Rainer Museums in New York
2000 Malerei. Österreichische KünstlerInnen. Jetzt, Albertina Wien/ Szépmüvészeti Muzeum Budapest,Suppan contemporary
2001 Austrian Contemporary Art, Architecture and Design, Shanghai Art Museum,
2005 Arnulf Rainer – Antoni Tápies, Essl Museum Klosterneuburg
2007 Passion for Art, Essl Museum Klosterneuburg
2008 Malerei um Malerei zu verlassen. Arnulf Rainer Retrospektive, Museum moderner Kunst Klagenfurt
Nach 1970. Österr. Kunst aus der Albertina, Albertina Wien, Arnulf Rainer. Dieter Roth. Misch- und Trennkunst, Belvedere Wien
2009 Arnulf Rainer. Female, Museum der Moderne Salzburg,
Brus&Rainer, Am Horizont der Sinne, am Horizont der Dinge. Albertina
Arnulf Rainer. Aller Anfang ist schwer. Frühe Arbeiten 1949-1961, Arnulf Rainer Museum, Baden bei Wien
2010 Arnulf Rainer - Kreuz, Arnulf Rainermuseum, Baden bei Wien
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