Das Gemälde besteht im Sinn des Tachismus aus einer Anzahl von farbigen Flecken, welche in unterschiedlicher Dichte auf dem hellen Malgrund verteilt sind. Die  Malerei Holleghas fasziniert durch die ungebrochene Leuchtkraft der Farben in charakteristischen Kombinationen, wobei diese nicht illustrativ sondern in ihrer unmittelbaren, vom Gegenständlichen gelösten Wirkung auf der Bildfläche erscheinen. Der pastose Auftrag der Farbmaterie in flüssigen Lasuren, die eine Einheit mit dem Malgrund suggerieren und so den Eigenwert der Valeurs betonen, bezieht sich ebenso wie das große Format der Arbeiten auf das amerikanische Color Field Painting, mit dessen Protagonisten Kenneth Noland, Morris Louis und Adolph Gottlieb u. a. Hollegha bereits im Jahr 1959 ausstellte. Damals zählte er mit Arnulf Rainer, Josef Mikl und Markus Prachensky zur Malergruppe um Otto Mauers Galerie nächst St. Stephan und zu den Hauptvertretern des Informel in Österreich. Während in früheren Arbeiten einzelne Farbwerte wie Grün dominierten, bestimmt das Gemälde aus dem Jahr 1990 ein orchestraler Pluralismus der Töne, die in einen spannungsreichen Dialog innerhalb der Bildfläche treten.

Kurzbiografie:
1947 – 1954 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse von Prof. Josef Dobrowsky, Aktzeichnen bei Herbert Boeckl.
1952 Mitglied der "Hundsgruppe" und des "Art-Cubs".
1955 Bekanntschaft mit Monsignore Otto Mauer. Gemeinsam mit Josef Mikl, Markus Prachensky und Arnulf Rainer gründete er 1955 die „Malergruppe St. Stephan“. 1958 wurden seine Werke im Guggenheim Museum in New York ausgestellt. Verleihung des Guggenheim – Preises für Österreich.
1960 Reise nach New York auf Einladung von Clement Greenberg. Teilnahme an einer Gruppenausstellung mit Kenneth Noland, Barnett Newman, David Smith und anderen in der New Yorker Galerie French & Co. Bekanntschaft mit Louis, Noland, Smith, Newman, Olitski und Helen Frankenthaler.
1962 übersiedelte er auf den Rechberg bei Frohnleiten.
1964 nahm er an der Documenta III in Kassel teil. Im darauf folgenden Jahr bekam er den Theodor Körner-Preis,
1966 den Preis des Unterrichtsministeriums im Rahmen des 10. Graphikwettbewerbs in Innsbruck, dem
1967 der Joanneum - Kunstpreis des Landes Steiermark folgte. In diesem Jahr nahm der Künstler an der Biennale in Sao Paulo teil.
1972 erhielt er eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er bis 1997 die Meisterklasse leitete.
1983 Ausstellung in der Wiener Akademie der Bildenden Künste gezeigt
1984 erhält Hollegha den Preis der Stadt Wien
1985 den Würdigungspreis des Landes Steiermark
1987Austellung in der Neuen Galerie in Graz
1990 Verleihung der Goldenen Ehremedaille der Bundeshauptstadt Wien.
1999 Teilnahme an der Ausstellung „Lineamente International: Von der Linie zur Zeichnung, Neue Galerie der Stadt Linz.
2001 in „Malergruppe St. Stephan“ im Museum Moderner Kunst Passau vertreten.
2002 zeigte das Museum der Moderne Salzburg im Rahmen der Ausstellung „Von Klimt bis Rainer“ das Werk des Künstlers.
2003 widmete Hollegha die Sammlung Essl eine Personale.
2005 präsentierte die Neue Galerie Graz Holleghas Werk.
2006 war der Künstler in der Ausstellung „Österreich: 1900 - 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten“ in der Sammlung Essl präsent.

Texte: copyright galerie suppan contemporary
WOLFGANG HOLLEGHA
(1929 Klagenfurt)

O. T., 1990
Öl auf Leinwand, 110 x 120 cm
sign.: „Hollegha“