MAX WEILER
(Absam/Hall in Tirol 1910 – 2001 Wien)

Andockmanöver, 1969
Eitempera auf Leinwand, 135 x 200 cm
Signiert und datiert „Weiler 69“

Publiziert: Gottfried Boehm, Der Maler Max Weiler „Das Geistige in der Natur“ Verlag Springer Wien 2001,
Farbtafel S 297 Die Flügelbilder (1966-69)

 

 


Weilers Gemälde „Andockmanöver“ aus dem Jahr 1969 entstand nach seinen Flügelbildern im Übergang zur Phase der „Bilder auf tönenden Gründ­en“, als Weiler nach eigener Aussage sich bemühte, „den Gefühlswert der Farben auszunützen“. Im Jahr der Studentenrevolte 1968 wurden neben dem Naturerlebnis in zunehmenden Maß auch die Zeitereignisse eine Inspirationsquelle. Die mediale Verbreitung der Bilder über die Mondlandung amerikanischer Astronauten 1969 regte seine Auseinandersetzung mit ihr in zwei Gemälden an. Sein abstrakter Stil der Malerei verband Elemente des Tachismus und des Color Field Painting mit seinem spezifischen, intuitiven Naturempfinden. Das Ziel lag in der adäquaten Umsetzung der Ereignisse im Weltall mit den Mitteln seiner Malerei. Das tiefe Blau als „tönender Grund“ markiert die Unendlichkeit des Alls, in dem Energie geladene Prozesse  im Zusammentreffen zweier rötlicher Farbfelder stattfinden. Über eine feine Vorzeichnung setzt Weiler die kräftig leuchtende Farbmaterie in überaus subtilen und differenzierten Schattierungen, indem der Bildgrund als weiße Kontur den Farbfeldern einen atmosphärischen Umraum verleiht. „Das Bild `Andockmanöver´ von 1969 reagiert auf einen komplizierten Vorgang während der Mondlandung, die Koppelung zweier Fugkörper im leeren, erdfernen Raum. Was wir aber sehen ist ein Begegnungsprozess aus Malerei, auf seine eigene Art komplex. Gelbe Kreise, die auf die sonnenartige Ausstrahlung des Lichtes verweisen, sind zu sehen, während im Vordergrund eine dunkle Masse den Raum eines Himmelskörpers andeutet, von dem Brocken hochgeschleudert werden.“ (Gottfried Böhm)

Kurzbiografie:
1926 Bekanntschaft mit Ignaz Zangerle vom Bund Neuland, damals schloss sich Weiler der katholischen Reformbewegung an, die sein Schaffen prägte.
Von 1930 bis 1937 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Karl Sterrer, der ihn mit Bildern der altchinesischen Landschaftsmalerei der Sung-Dynastie (960 -1279) konfrontierte.
Nach dem akademischen Studienpreis 1936 und dem Rompreis 1937 schuf er noch im selben Jahr ein Glasfenster für den päpstlichen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris.
1942-45 Kriegsdienst bei der Deutschen Wehrmacht. Seine Fresken in der Theresienkirche auf der Hungerburg in Innsbruck 1946/47, sowie die Fresken in der Kassenhalle des Innsbrucker Hauptbahnhofes 1954/55 lösten heftige öffentliche Kritik aus.
1949 Zusammentreffen mit Nicolas De Stael und Alfred Manessier in Paris.
1950 Apsis der Friedenskirche in Linz-Urfahr (Apo­kalypse des Johannes);
1955 vertrat er Österreich auf der Biennale von Sao Paulo, 1960 in Venedig. Ausstellung „Als die Dinge in tiefem Schweigen lagen…“ im Saal der Tiroler Handelskammer in Innsbruck
1961 erhielt er den großen österreichischen Staatspreis. Mit dem umfänglichen Bilderkomplex „Wie eine Landschaft“ von 1961 bis 1967 hatte Weiler seine prägnante Formensprache gefunden.
1963 Teilnahme an der Dreiländerbiennale Trigon 63, Graz
1964 Ausstellung der Bilder „Wie eine Land­schaft“ im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum., Von 1964 bis 1981 war er Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.
1967 Teilnahme an der Weltausstellung in Montreal mit dem Bild Wie eine Landschaft.
1968 Entstehung von 12 „Flügelbildern“, die er im folgenden Jahr in der Galerie nächst St. Stephan ausstellte.
1970 Retrospektive in der Neuen Galerie in Graz, Entstehung der Bilderserie „Land­schaften auf tönenden Gründen“.
1981 Emeritierung
1988 „Im Inneren der Malerei“ Ausstellung in der Secession Wien, Per­sonale beim sowjetischen Künstlerverband in Moskau.
1989 Ausstellung im Museo de Arte Moderno in Mexico City, große Re­trospektive im Museum des 20. Jahrhunderts, Schweizergarten Wien.
1990 Slowakische Nationalgalerie, Bratislava,
1991 Heirat mit Yvonne J. Fahlström, die seit 1986 seine Ausstellungen erfolgreich organisiert. Ausstellung in der Prager Nationalgalerie
1995 Ausstellung der Bilderserie „Wie eine Landschaft“ (1961-67) in der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien.
1998 Aus­stellung in der Chinesischen National­galerie in Peking.
1999 Retro­spektive im Künstlerhaus Wien und in der Akademie der bildenden Künste.
2000 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien sowie das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.
         Ausstellung Max Weiler - Zeichnung und Malerei auf Papier - Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz
2001 Max Weiler stirbt am 29. Jänner und wird in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt
2004 Personalia Max Weiler - Vier Wände - Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig - MUMOK , Wien
2008 Gruppenausstellung Nach 1970 - Albertina, Wien
2010 Die Natur der Malerie, Essl Museum Klosterneuburg 19.3. bis 28.8.2010
         Max Weiler – Die großen Werke vom Entwurf zur Ausführung, Tiroler Landesmuseum, 18.6. bis 31.10.2010

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